Interventionsstelle

Aufgrund des Arbeitsübereinkommens vom Oktober 2000, abgeschlossen zwischen der Ärztekammer für Salzburg und der Salzburger Patientenvertretung, obliegt die Behandlung von Patientenbeschwerden betreffend niedergelassene Ärzte im Bundesland Salzburg ausschließlich der Interventionsstelle der Ärztekammer für Salzburg.

Ziel der Interventionsstelle ist es, Beschwerdefälle zeitnah auf mediatorischer Ebene außergerichtlich zu lösen.

2017

Die Zahl der Beschwerdefälle ist im Jahre 2017 (74) im Vergleich zum Vorjahr 2016 (86) um 13,95 % gesunken. Hinsichtlich der Beschwerdeinhalte ist anzuführen, dass Honorarbeschwerden von 21 Fällen auf 18 Fälle (14,28 %), die Behandlungsfehler von 17 Fällen auf 10 Fälle (41,18 %), die Kommunikationsprobleme von 44 Fällen auf 31 Fälle vermindert wurden (29,54 %) sowie die Diagnosefehler von 4 Fällen auf 15 Fälle (375 %) gestiegen sind.

51 % der Beschwerden entfallen auf Fachärzte und 49 % auf Allgemeinmediziner; woraus sich im Vergleich zum Vorjahr ergibt, dass die prozentuelle Verteilung bei Fachärzten (FÄ) um 10 % gesunken und bei Allgemeinmedizinern (AM) um 10 % gestiegen ist.

2018

Die Zahl der Beschwerdefälle ist im Jahr 2018 (71) im Vergleich zu 2017 (74) um 4,2 % gestiegen. Was den Inhalt der eingegangenen Beschwerden anbelangt, so ist signifikant, dass die Anzahl der Beschwerden über Behandlungsfehler von 10 Fälle auf 28 Fälle gestiegen ist (280%). Die Zahl der Kommunikationsbeschwerden ist von 31 Fälle auf 34 Fälle gestiegen (9,68 %). Weiters ist ersichtlich, dass die Beschwerden über Diagnosefehler von 15 auf 5 Fälle (66,67%) sowie die Honorarbeschwerden von 18 auf 13 (27,78%) gesunken sind.

2018 entfallen 42 % der Beschwerden auf AM und 58 % der Beschwerden auf FÄ.

2019

Die Zahl der Beschwerdefälle ist im Jahr 2019 im Vergleich zum Jahr 2018 von 71 auf 62 Fälle (12,67 %) gesunken. Die Diagnosefehler sind von 5 Fällen auf 16 Fälle (320 %) angestiegen. Gesunken sind dagegen alle anderen Beschwerden, vor allem die Kommunikationsbeschwerden: von 34 Fällen auf 17 Fälle (50 %).

71 % der Beschwerdesachverhalte entfallen auf FÄ und 29 % auf AM, woraus sich ergibt, dass der Tiefpunkt der Beschwerdeanzahl über AM der letzten 3 Jahre erreicht wurde.

2020

Die Zahl der gesamten Beschwerdefälle ging im Vergleich zum Vorjahr von 62 Fälle auf 45 Fälle (27,42 %) zurück. Markant ist der Rückgang der Diagnosefehler im Vergleich zum Vorjahr von 16 Fälle auf 4 Fälle (75 %). Die Beschwerden über Behandlungsfehler sind wesentlich gesunken, die Beschwerden über Honorare sind von 10 Fällen auf 14 Fälle (40 %) gestiegen und Kommunikationsbeschwerden sind im Vergleich zum Vorjahr gleichgeblieben.

64 % der Beschwerden entfallen auf FÄ und 36 % auf AM. Daraus ist ersichtlich, dass die Beschwerdeanzahl über FÄ nach wie vor insgesamt über der Anzahl von AM liegt.

2021

Die Zahl der Beschwerdefälle ist gesamt im Vergleich zum Vorjahr von 45 Fällen auf 73 Fälle gestiegen (62,22 %). Beschwerden über Behandlungsfehler sind nunmehr wieder um 360 % sowie auch die Kommunikationsbeschwerden von 17 Fällen auf 24 Fälle (41,18 %) angestiegen. Beschwerden über Honorare sind minimal gestiegen, während Beschwerden über Diagnosefehler gleich geblieben sind.

62 % der Beschwerden entfallen auf FÄ und 38 % der Beschwerden auf AM. Somit liegen nach wie vor die Beschwerden über FÄ prozentuell über den Beschwerden der AM.

 

Beschwerdefälle 2017 2018 2019 2020 2021
Gesamt 74 71 62 45 73
Honorarbeschwerden 18 13 10 14 15
Behandlungsfehlervorwürfe 10 28 19 10 36
Diagnosefehler 15 5 16 4 4
Kommunikation und Sonstiges 31 34 17 17 24
Verteilung der Fälle 2017 2018 2019 2020 2021
Beschwerdefälle gesamt: 74 71 62 45 73
Fachärzte 38 41 44 29 45
Ärzte für Allgemeinmedizin 36 30 18 16 28
         
Beschwerdefälle gesamt: 100% 100% 100% 100% 100%
Fachärzte 51% 58% 71% 64% 62%
Ärzte für Allgemeinmedizin 49% 42% 29% 36% 38%


Betreuung der Interventionsstelle, Sachbearbeitung:

Mag. Isabell Feil
Brigitte Schmidlechner
Julia Stadlbauer

Referenten:

Fachärzte: Dr. Dietmar Gmeiner, Dr. Hella Spaun
Ärzte für Allgemeinmedizin: VP MR Dr. Christoph Fürthauer, Dr. Richard Barta