Fortbildungen werden abgesagt, Fristen ausgesetzt, routinierte Arbeitsabläufe ändern sich – kurzum, auch für SpitalsärztInnen, die sich gerade in Ausbildung befinden, läuft in Zeiten der Pandemie vieles anders, als erwartet oder gewohnt.
Welche Ansichten die österreichischen SpitalsärztInnen in Ausbildung teilen, hat die Bundeskurie Angestellte Ärzte der ÖÄK im Oktober dieses Jahres in einer von IMAS durchgeführten Online-Befragung erfasst.
Die Rücklaufquote lag bei 13,6 Prozent, was 1.224 TeilnehmerInnen entspricht. Aufgrund von lediglich minimalen Abweichungen der einzelnen Bundesländer sind die Ergebnisse repräsentativ.
56 Prozent der ÄrztInnen in Ausbildung ziehen nach der abgeschlossenen Ausbildung zur/zum AllgemeinmedizinerIn eine anschließende Ausbildung zur Fachärztin/zum Facharzt in Betracht. Gründe dafür sind das Interesse am Fachgebiet sowie die unattraktiven Arbeitsbedingungen für AllgemeinmedizinerInnen. Auch werden die Karrierechancen für FachärztInnen von den Befragten als besser empfunden.
Bei der Bewertung der aktuellen Ausbildung steht für 99 Prozent der ÄrztInnen klar die Ausbildungsqualität im Vordergrund. Faktoren für die Wahl der Ausbildungsstelle sind die Qualität der klinischen Ausbildung (92 Prozent), die Work-Life-Balance (71 Prozent) sowie der Standort und die Erreichbarkeit (60 Prozent). Um die Arztausbildung im Rahmen einer Arbeitszeit von 48 Stunden gut realisieren zu können, bedarf es laut den ÄrztInnen in Ausbildung weniger administrativer Tätigkeiten, zusätzlicher AusbildungsoberärztInnen, einer Steigerung der Anzahl selbstständig durchgeführter Untersuchungen und Operationen sowie mehr Ausbildungszeit für die FachärztInnen.
Der Arztberuf ist insgesamt durch viele Arbeitsstunden geprägt. Welche der folgenden Punkte könnten helfen, damit die Ausbildung innerhalb der 48 Stunden gut machbar ist?
Die Bereitschaft der Befragten, für die Ausbildung ins Ausland zu gehen, ist groß. Lediglich zwölf Prozent lehnen einen Wegzug ab. Die Schweiz wird als besonders attraktiv bzgl. der Ausbildung im DACH-Raum wahrgenommen. Es folgt Deutschland vor Österreich. Bei der Frage nach der Basisausbildung vor dem KPJ spricht sich die Mehrheit (55 Prozent) dafür aus. Aus der Umfrage geht zudem hervor, dass die Österreichische Ärztekammer ihre Präsenz bei den ÄrztInnen in Ausbildung in der Zukunft ausbauen kann.