Erst 2021 übernahm ich das Schulärztereferat, um für alle SchulärztInnen, sowohl für Bundes- als auch Pflichtschulen, Ansprechperson zu sein. Inzwischen fanden schon zwei Schulärzte-Treffen beziehungsweise Fortbildungen statt – leider aufgrund der COVID-Regelungen nur virtuell oder als Hybrid-Veranstaltung. Weitere Fortbildungen und Besprechungen sind schon in Planung.
Das bestimmende Thema meiner Tätigkeit war aber der eklatante Schulärztemangel an Pflichtschulen. Verdienstausfälle während der Pandemie zeigen die Nachteile der Werksvertragsanstellungen deutlich auf, was zusammen mit den zum Teil schlechten Arbeitsbedingungen an den Schulen dazu führte, dass viele KollegInnen andere Betätigungsfelder suchten und fanden. Um die Öffentlichkeit auch über unsere Anliegen zu informieren, konnte ich in mehreren Zeitungsartikeln unseren Standpunkt darlegen.
Einerseits macht diese Eskalation die Arbeit der KollegInnen an Pflichtschulen derzeit nicht einfacher, andererseits entsteht so der Druck auf die Politik, Lösungsvorschläge ernsthaft durchzudenken und auch zu handeln. Dieser Druck kann eine Chance aber auch ein Risiko sein. Erste Ideen, die Schulärzte durch School-Nurses zu ersetzen, gab es schon.
Mit der Landesschulärztin und einer engagierten Kollegin konnte ich im letzten Schuljahr in der Bildungsdirektion schon die Zukunft der Schulpsychologischen Betreuung der Salzburger Schulen ansprechen. Auch dieses Schuljahr hatten wir schon ein Treffen mit dem Bildungsdirektor und seiner Stellvertreterin über unsere Anliegen. Es sind noch weitere Gespräche mit der Landessanitätsdirektion zum Schulärztemangel geplant.
Die Bereitschaft zu diesen Treffen zeigt, dass auch Bildungsdirektion und Landessanitätsdirektion die Notwendigkeit sehen, unseren Kindern und Jugendlichen eine gute schulärztliche Betreuung zukommen zu lassen und dass dafür die Arbeitsbedingungen der SchulärztInnen verbessert werden müssen.
Dr. Karoline Gsell