Ich habe das Referat für „Notfall- und Rettungsdienste sowie Katastrophenmedizin“ 2017 von Kollegen MR Dr. Franz Chmelizek übernommen.
In der ersten Phase der Funktionsperiode stand die Finalisierung der seit vielen Jahren geplanten und diskutierten Notarztausbildungsreform im Mittelpunkt. Dabei habe ich im Österreichischen Referatskollegium meine Bedenken bezüglich der Erfüllung der Ausbildungskriterien (vor allem des aufwendiges klinisches Curriculums) durch bereits niedergelassene KollegInnen hingewiesen. Dies könnte in Zukunft die aktive Mitwirkung von niedergelassenen AllgemeinmedizinerInnen am organisierten Notarztsystem erschweren.
Leider waren allerdings die neuen Ausbildungsvorgaben bereits mit dem Ministerium so weit fortgeschritten, dass diesbezüglich keine Änderung mehr möglich war. Abgesehen davon wurde eine erneute Diskussion über die Notarztausbildungsreform von den meisten meiner Kollegen aus dem Österreichischen Referat abgelehnt. So trat bekanntlich die neue Ausbildungsordnung mit 1.6.2019 in Kraft.
In weiterer Folge wurde ich durch das Österreichische Referat in den Prüfungssausschuß „Notarztprüfung Neu“ einberufen. Im Rahmen mehrerer von der Österreichischen Akademie der Ärzte organisierten Sitzungen wurden beziehungsweise werden dabei der Ablauf, Prüfungsmodus sowie ein Pool von Prüfungsfragen erarbeitet.
Derzeit wird vom Österreichischen Referat, neben der Evaluierung der Notarzt – Ausbildungsqualität, an der Erstellung eines „Notfallzertifikates“ gearbeitet. Damit soll, neben dem „Diplom für Notfallmedizin“, eine anerkannte Ausbildung im Gebiet der notärztlichen Erstmaßnahmen für alle interessierten Ärztinnen und Ärzte angeboten werden, die nicht im organisierten Notarztdienst tätig sind. Der derzeitige Plan dazu sieht vor, dass durch die Absolvierung eines 60-stündigen Notarztkurses mit Abschlusstest ein derartiges Zertifikat erworben werden kann.
Bernhard Ziegler