Im April 2016 wurde Dr. Christian Meusburger wieder zum Fachgruppen-Obmann gewählt, nachdem Dr. Patrick Weihs nach Deutschland gewechselt hat und deshalb nicht mehr Mitglied der Ärztekammer für Salzburg war. Als Stellvertreterin wurde Dr. Stefanie Weber nominiert.
In dieser Kammerperiode wurden die Kassenverhandlungen für neue Psychiatrieverträge mit den Bundeskassen fortgesetzt. Gemeinsam und mit großem Engagement konnten mit Bundesfachgruppenobmann Dr. Manfred Müller, VP Dr. Walter Arnberger, KA-Stv. Mag. Stefan Rauchenzauner, Mag. Jürgen Schwaiger (ÖÄK) und Dr. Christian Meusburger die Kassenverhandlungen, die seit 2009 geführt wurden, positiv abgeschlossen werden.
Es stehen nun den Österreichischen Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin moderne und brauchbare Abrechnungskataloge für ihre Arbeit mit den Versicherten der Bundeskassen zur Verfügung. Im Zuge der Zusammenlegung der Österreichischen Gebietskassen zur ÖGK war es auch notwendig, einen österreichweiten Kassenkatalog zu entwerfen. Auch bei diesem Projekt waren obengenannte Personen und die Ärztekammer für Salzburg maßgebend beteiligt.
Die von der Fachgruppe initiierten Gespräche mit der PV, dem AMS, dem Sozialministerieum und wechselnden Teilnehmern, die 2014 begonnen haben, wurden bis 2017 fortgesetzt. Dabei ging es um ein besseres Management für jene PatientInnen, die nicht mehr arbeitsfähig waren, aber auch noch keinen Pensionsanspruch hatten. Die Dilemmata, in denen sich die Betroffenen zwischen Existenzsicherung, Absicherung und Hilfsbedürftigkeit befinden und damit sowohl das Sozial- wie auch das Gesundheitssystem beschäftigen, wurden mehrfach ausführlich besprochen und, wenn daraus auch keine konkreten Projekte erwachsen sind, so ist doch zu hoffen, dass das Sensorium für diese Problematik bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern geschärft worden ist.
Mehreren KollegInnen ist aufgefallen, dass sie nach der Teilprivatisierung der Post vermehrt Angestellte zu behandeln hatten. Da sich der Verdacht ergab, dass der teilweise sehr schlechte Gesundheitszustand der PatientInnen mit den veränderten Arbeitsbedingungen zu tun hatte, wurde seitens der Fachgruppe ein Brief an das Postmanagement verfasst. Es kam dann auch zu einem Treffen von Meusburger und Breitfuß mit dem Arbeitsmediziner der Post, Herrn Dr. Schirasi-Fard.
Auf Initiative von Dr. Markus Masoner konnte das Modell „Integrierte Versorgung“ in Zusammenarbeit mit Prof. Lambert aus Hamburg erarbeitet und etabliert werden. Die beiden psychiatrischen Kliniken in der Christian-Doppler-Klinik (CDK) und in Schwarzach sind seit 2018 Zentren für jene Teams, die eine dezentrale und multiprofessionelle Versorgung, besonders Schwerkranker, anbieten. Das Modell ist äußerst erfolgreich und sollte dringend erweitert werden!
Vergleich der Versorgung psychisch Kranker in den Bundesländern Salzburg und Steiermark durch die Sozialversicherungen und die PVA. Siehe Bericht: Versorgung psychisch Erkrankter durch die Sozialversicherung
Es kam zu mehreren Gesprächen, u.a. mit der Pro Mente-Arbeitsassistenz, da es sich zunehmend eingebürgert hat, dass psychosoziale Einrichtungen oder Sozialeinrichtungen von den Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin Schreiben oder Diagnosen verlangten, damit die Menschen ihre Leistungen erhielten. Diese problematische Medizinalisierung von an sich sozialen Leistungen wurde mit den betroffenen Stellen (Sozialamt der Stadt Salzburg, Pro Mente) besprochen.
2020 kam es in der Stadt Salzburg zu einem Gemeinderatsbeschluss, der bestimmte Menschen, die vermeintlich ein erhöhtes Aggressionspotential aufweisen, von der Aufnahme ausgenommen werden, um das Personal zu schützen. Da in einer Aufzählung ziemlich wahllos diagnostische Gruppen von psychischen Störungen aufgelistet sind, hat die Fachgruppe auf offensichtlich grundlegende Fehler aufmerksam gemacht und das Gespräch mit der Stadträtin Mag. Hagenauer gesucht. Es wurde vereinbart, dass unter der Organisation der Ärztekammer für Salzburg ein „Runder Tisch“ organisiert wird, um diesen Missstand zu besprechen.
In der Kammeroperiode wurden circa neun Fachgruppensitzungen abgehalten.
Für die Fachgruppe Psychiatrie:
Dr. Christian Meusburger (Fachgruppenobmann)
Dr. Stefanie Weber (Fachgruppenobmann-Stellvertreterin)