Im Jahr 2018 wurde ich darüber informiert, dass das Land Salzburg plant, die Unterstützung der AVOS zur Finanzierung der Hautvorsorgeuntersuchung aus Kostengründen zu streichen. Die Wichtigkeit der Hautkrebsvorsorge wurde in den letzten Jahrzehnten über Kampagnen für die Bevölkerung herausgearbeitet, und die Hautkrebsvorsorgeuntersuchungen wurden vermehrt durchgeführt. Dies führte natürlich zu einer Zunahme von Kosten, weshalb das Land Salzburg aus der Finanzierung völlig aussteigen wollte. Als Grund wurden „schlechte Ergebnisse“ angeführt.
Dies hätte zur Folge gehabt, dass die Hautkrebsvorsorgeuntersuchung nur mehr als reine Privatleistung für unsere Patienten möglich gewesen wäre. Dieses Vorgehen war für mich völlig unverständlich. Gemeinsam mit allen am AVOS Projekt teilnehmenden Kollegen wurde eine Zählung der Melanome vom Jahr 2018 durchgeführt. Es zeigte sich, dass von den 15 teilnehmenden Praxen 442 Melanome entfernt wurden. Der Anteil der in situ Melanome, also der Melanome, bei denen durch Früherkennung kein Metastasierungsrisiko besteht, lag bei 62 Prozent, was ein ausgezeichneter Wert ist.
Nach sehr zähen Verhandlungen wurde ein Kompromiss beschlossen. Die Vorsorgeuntersuchung wird seit 2020 nur mehr alle fünf Jahre von der Kassa übernommen, außer bei Risikogruppen. Die Nachsorgeuntersuchungen können leitlinienkonform über die ÖGK verrechnet werden. Zu betonen ist, dass die Gespräche mit der ÖGK, vor allem mit Herrn Dr. Kletter, sehr konstruktiv waren. Die Verursacher der Situation, die Gesundheitsabteilung des Landes, war an dem Thema und den Gesprächen wenig interessiert.
2019 war ich über die Bundesfachgruppe an der Erstellung eines modernen und einheitlichen Leistungskataloges beteiligt. In stundenlangen Gesprächen und Sitzungen wurden die Länderkataloge überarbeitet. Im Herbst 2019 wurde der Gesamtkatalog (für alle Fachgruppen) von der Bundeskurie in Wien beschlossen. Die dazugehörende Pressekonferenz und Übergabe des Gesamtkataloges (für alle Fächer) an die ÖGK verzögerte sich pandemiebedingt. Leider haben bislang weder die ÖGK noch die Gesundheitspolitik auf den vorgestellten Leistungskatalog reagiert.
Im Zuge der Coronakrise wurden vor allem der Abteilung für Dermatologie sehr viele Betten gekürzt und die Abteilung wurde auf verschiedenste Standorte aufgeteilt. Nach einem Interview mit den Salzburger Nachrichten erschien dort am 2. Juli 2020 ein Artikel, in dem diese Missstände angeprangert wurden. Seit Frühling 2021 bin ich Mitglied in der Kommission für Strukturveränderungen – AG Telemedizin. Dort wird monatlich über Innovationen im Bereich der Telemedizin diskutiert und diesbezügliche Projekte geplant.
Für die Zukunft wäre es wünschenswert, dass unsere Politiker, wenn es um Gesundheitsbelange geht, mehr auf den Rat von Ärzten hören würden, die am Patienten arbeiten.
Dr. Manfred Fiebiger